Bernd Siebert, MdB
Bernd Siebert, MdB
Die Pläne von KMW und Nexter, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen, sind zu begrüßen. Aus wirtschaftlicher Sicht spricht vieles für den jetzt eingeschlagenen Weg einer Fusion. Die nationalen Aufträge an die wehrtechnische Industrie sind seit langem rückläufig. Auch die Exportmöglichkeiten für die deutsche Wehrtechnik haben sich zuletzt deutlich verschlechtert. Nur wer als Unternehmer auf diese Entwicklungen reagiert, kann langfristig erfolgreich sein und Knowhow und Arbeitsplätze erhalten. Die Entscheidung von KMW und Nexter zusammenzugehen, ist daher folgerichtig und Ergebnis eines längeren Prozesses. Es wäre durchaus eine nationale Lösung vorstellbar gewesen, sie scheitere jedoch wiederholt in der Vergangenheit. 

Mit dem Zusammenschluss von KMW und Nexter entstünde ein europäischer Champion in der Landsystemindustrie, der auch im weltweiten Wettbewerb hervorragend aufgestellt wäre. Auch im Sinne einer europäischen Konsolidierung ist das Projekt von großer Bedeutung. Hier kann einmal mehr die deutsch-französische Kooperation Vorbildcharakter für weitere Entwicklungen in Europa sein.
 
Die Bundesregierung ist im Lichte dieser großen Chance aufgefordert, die Bemühungen von KMW und Nexter positiv zu begleiten. Es ist jedoch auch ein deutliches Warnsignal an den Industriestandort Deutschland, wenn ein bedeutendes Rüstungsunternehmen nur mittels Zusammenschluss mit einem ausländischen Partner noch Zukunftschancen sieht. Verantwortungsvolle Politik, die nationale Sicherheitsinteressen im Blick hat, sollte dies nutzen, um die bisherige Position zu überdenken. Offen zur Schau getragene Gleichgültigkeit gegenüber den Belangen der wehrtechnischen Industrie und ihrer Mitarbeiter ist jedenfalls nicht nachvollziehbar.
 

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