Bernd Siebert MdB: Die Bundeswehr gehört in die Öffentlichkeit

Bernd Siebert MdB
Bernd Siebert MdB
Die Entscheidung, das Gelöbnis am 20. Juli nicht vor dem Reichstag stattfinden zu lassen, ist falsch. Gerade die Freiwilligenarmee Bundeswehr muss sich neue traditionswürdige Veranstaltungen erschließen. Das Gelöbnis am Reichstag wäre ein würdiges Symbol. Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat  dafür gesorgt, dass sich seit 2008 die Bundeswehr an diesem geschichtsträchtigen Tag einer breiten Öffentlichkeit stellt. Die Diskussion um die grundsätzliche Bedeutung und die Aufgaben von Streitkräften wurde so angeregt. Diese Debatte brauchen wir in Deutschland dringend.

Wenn die Bundeswehr sich in den geschützten militärischen Bereich zurückzieht, besteht die Gefahr einer Entfremdung von der Bevölkerung. Gelöbnisse einer Freiwilligenarmee gehören nicht in die Kaserne, die Soldaten und ihr Tun muss sichtbar bleiben. Auch für die Abgeordneten des Bundestages wird am 20. Juli in aller Öffentlichkeit deutlich, welche Verantwortung sie übernehmen, wenn sie über Auslandseinsätze mit deutscher Beteiligung beschließen. Die Verbindung zwischen Bundeswehr und Parlament kann nicht besser demonstriert werden als mit einem Gelöbnis vor dem Parlamentsgebäude.
 
Ich plädiere daher dringend dafür, das Gelöbnis wieder jährlich vor dem Reichstagsgebäude stattfinden zu lassen. Es ist auch ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber unseren Soldaten, das den Organisationsaufwand lohnt - nicht nur alle zwei Jahre.

Nach oben